Angelo - Frucht der gewalt

 

Erster Teil

 

Geburt in Finsternis 1890 – 1901
1
Freiheit in Ketten

 

In einem Tal in Italiens tiefstem Süden, auf der Stiefelspitze, dort, wo die Sonne die Erde hart wie Gestein brennt, lag der Hof. Das Licht in diesem vergessenen Teil der Welt ist auch hart, es kennt keine Barmherzigkeit, weder mit dem Boden, der vor Trockenheit aufplatzt, noch mit Mensch oder Tier. Wer hier überleben will, muss selbst hart sein, oder das Licht, die flirrende Hitze und das ausgebrannte Land zerbrechen ihn binnen weniger Jahre. Die Leute, die den Hof betrieben, waren immer hart gewesen, andernfalls hätte er ihnen längst nicht mehr gehört.

 

Das Gut war groß. Es lag an der lang gestreckten Flanke des Waldes, den der Fluss Ancinale durchzog, und hatte so Zugang zu fließendem Wasser, das unter Kalabriens Bauern begehrt war wie Gold. Viel Land gehörte dazu, und fragte man die Leute in der Umgebung nach der Familie, die es bewirtschaftete, so erhielt man zur Antwort: „Das ist Zampa di lepres Clan. Die waren schon immer hier. So alt wie der Wald und der Fluss sind die, so alt wie Bosheit und Grausamkeit.“

 

Zampa di lepre, Hasenfuß, wurde das Familienoberhaupt gerufen, der Herr des Hofes, weil er damit zu prahlen pflegte, er habe einmal auf einem einzigen Jagdausflug fünfhundert Hasen geschossen. Pulce, Floh, riefen ihn dagegen die, die unter mehr als nur seiner Prahlerei zu leiden hatten und ihn gern kleiner gemacht hätten, als er war. Zampa di lepre lachte darüber. Er trat aus seinem Gutshaus, das sich einschüchternd über der flachen, trockenen Landschaft erhob, verschränkte die Arme vor der Brust und bot lachend der Welt die Stirn. Der Mann, der ihn zum Floh machte, musste erst noch geboren werden, und wenn er geboren war, sollte er sich nur zeigen – er, Zampa, Herr über das größte Gut der Gegend und Bezwinger von fünfhundert Hasen, würde ihn schon gebührend empfangen.

 

An den linken Flügel des Gutshauses schlossen sich Stallungen an, in denen neben dem Vieh auch die Mägde schliefen. Die Knechte nicht. Für sie gab es einen Verschlag, der eigens dafür an die Außenwand der Stallungen gezimmert worden war, denn Zampa di lepre sah es nicht gern, wenn Knechte und Mägde seines Hofes einander allzu nahe kamen. Sein fortschrittlich ein- gestellter Vetter, der aus der großen Stadt Reggio auf Besuch kam, belehrte ihn, die Leibeigenschaft sei schon seit Jahren abgeschafft, doch auch darüber lachte Zampa. Die Stadt war weit weg, und auf dem Land herrschten ältere Gesetze. Wer zu seinem Hofgesinde gehörte, sei es Magd oder Knecht, blieb sein Leibeigener, was immer die hohen Herren in Reggio befanden.

 

Eine jener Mägde des Gesindes war ein junges Mädchen mit Namen Giulia. Wo sie herkam, wusste niemand genau, und niemand fragte danach. Giulia wusste es selbst nicht. Ihre Eltern, so hatte man ihr erzählt, hatten sie als Kind hierhergebracht, weil sie daheim, zwischen allzu vielen Geschwistern, elendig verhungert wäre. Wie lange das her war? Vielleicht zehn, vielleicht auch schon zwölf oder dreizehn Jahre. Giulia war sich nicht sicher, und auch nach ihrem Alter fragte kein Mensch. Die Tage, die sie bei der Arbeit für die Gutsherren verbrachte, verliefen einer wie der andere, eine endlose Kette ohne Hoffnung auf Veränderung. Ihr Lohn bestand aus der Bettstatt im Stall, aus den Resten, die in der Küche der Herrschaft abfielen, und hier und da einem Stück abgetragener Kleidung. Freie Stunden gab es nicht, an den hohen Feiertagen so wenig wie bei Krankheit. Ging die Familie am Sonntag zur Kirche, so brach für Giulia und die übrigen Mägde und Knechte nur ein weiterer Arbeitstag in sengender Hitze oder winterlichen Stürmen an.

 

Jener Vetter aus Reggio, der nur das eine Mal auf Besuch gekommen war, hatte Giulia unter das Kinn gefasst und sie gezwungen, zu ihm aufzublicken: „Kannst du denn gar nicht lachen, piccola?“

 

Giulia hatte den Kopf geschüttelt und war davongelaufen. In ihrer Erinnerung gab es kein Lachen, und wenn es je eines gegeben hatte, dann hatte sie es verlernt.

 

Die Grenzen des Hofes waren für Giulia die Grenzen ihrer Welt. Unter dem Gesinde waren Leute, die regelmäßig in den Ort zum Markt geschickt wurden, um dort Zampas Waren feilzubieten oder für den Haushalt einzukaufen, aber Giulia gehörte nicht zu ihnen. Ihr war es verboten, den Hof zu verlassen. Die jungen Knechte pfiffen ihr hinterher oder riefen sie bei anzüglichen Namen, sooft von der Herrschaft niemand in Hörweite war, sie bedachten sie mit plumpen Komplimenten für ihre zierliche Figur und die Grazie, mit der sie sich bewegte, für das schimmernde schwarze Haar und die Glut in ihren großen Augen. Giulia selbst aber kannte weder ihr Gesicht noch ihre Gestalt, denn sie besaß keinen Spiegel. Ob sie schön war, wie all diese Jungen behaupteten, hätte sie nicht zu sagen vermocht.

 

Natürlich ließ sich trotz aller Strenge nicht völlig vermeiden, dass Mägde und Knechte einander bei der Arbeit über den Weg liefen, doch von solchen flüchtigen Begegnungen abgesehen hatte Giulia mit den Männern aus dem Gesinde nichts zu tun. Dennoch gab es unter ihnen einen Jungen, dessen Gesicht ihr aufgefallen war, solange sie denken konnte, obwohl sie ihn sehr selten sah. Oftmals, wenn sie lange nach Einbruch der Dunkelheit entkräftet im Stall auf ihre Schlafstelle fiel, schlief sie mit seinem Bild vor Augen ein. Er hieß Nicola. Kaum einen der übrigen Knechte kannte Giulia beim Namen, doch den seinen hatte sie immer gewusst.

 

Nicola war als kleines Kind auf den Hof gekommen wie sie, und wie die ihren hatten auch seine Eltern ihn in Dienst geben müssen, weil er ihnen sonst am Hunger gestorben wäre. Ein Bett besaß er nicht. Er schlief in einer der Katen auf den Feldern, die dort aufgestellt worden waren, damit die Arbeiter bei allzu heftigem Regen zumindest einen Unterstand fanden. Oft blieben sie über Nacht dort, wenn die Erschöpfung sie übermannte und eine Rückkehr zum Haus sich nicht lohnte, ehe am Morgen das zermürbende Tagwerk von neuem begann. Nicola aber schlief tagein tagaus dort, denn trotz seiner Jugend hatte er auf dem Hof die Stellung des Schäfers inne. Sein Gespür für Tiere hatte sich früh gezeigt, sooft er mit dem alten Schäfer ausgeschickt worden war. Nie verirrte sich ein Lamm, das er nicht aufgespürt hätte, nie wäre ihm entgangen, wenn ein Mutterschaf, das sich zum Gebären zurückzog, Hilfe brauchte. Es war gerade, als würden die Tiere sich ihm anvertrauen und als hätte er einen Weg gefunden, ihre Sprache zu verstehen.

 

Als der alte Schäfer gestorben war, hatte Zampa Nicola zu dessen Nachfolger ernannt. Der Junge hätte die Herde abends zurück in den Hof und morgens von neuem auf die Weide treiben können, doch das hätte Stunden gekostet und die Gefahr, ein Tier zu verlieren, vergrößert. Somit zog Nicola es vor, die Schafe von den Hunden bewacht auf der Weise zu belassen und sich selbst in der Kate sein Bett herzurichten. Der Umhang, den er trug, ge- nügte ihm als Lager, und wenn das Gesinde in der Frühe aufs Feld zog, brachte einer von ihnen ihm sein Frühstück mit.

 

Wann sie einander das erste Mal begegnet, wann sie das erste Wort miteinander gewechselt hatten, hätte weder Giulia noch Nicola zu sagen vermocht. Die Gelegenheit, sich zu treffen, ergab sich nur selten, und selbst das flüchtigste Gespräch barg Gefahr. Hätte man sie miteinander entdeckt, hätten ihnen Prügel, Entzug des Essens und noch härtere Arbeit gedroht. Dennoch entwickelte sich im Lauf der Jahre zwischen ihnen eine Liebe, als könnten sie einander die Geschwister ersetzen, die sie verloren hatten, und es war diese Liebe wie zwischen Bruder und Schwester, die Giulia ihr Dasein er- tragen ließ.

 

Sie kannte ja kein anderes, kannte nichts als Erschöpfung, Mühsal, Schläge, Hunger und bei der Arbeit die Hitze, die ihr jeden Tropfen Schweiß aus den Poren trieb. Dank Nicola lernte sie jedoch, sich darauf zu besinnen, dass es ein anderes Leben geben musste und dass auch sie einmal von Menschen geliebt worden war.

 

Gewiss, wir kennen unsere Eltern nicht“, hatte Nicola bei einer ihrer heimlichen Zusammenkünfte gesagt. „Aber das heißt ja nicht, dass wir keine haben. Denkst du manchmal daran, Giulia? Stellst du dir vor, wie sie irgendwo leben, und sich an uns erinnern und vielleicht weinen, weil wir nicht mehr bei ihnen sind?“

 

Giulia hatte daran nicht gedacht. Lag sie des Nachts allein in ihrem Bett im Stall, tat ihr beim geringsten Anflug solcher Gedanken das Herz weh und sie bekam Angst, es müsse an dem Schmerz zerbrechen. Mit Nicola zusammen hielt sie den Schmerz jedoch aus, und am Ende fand sie darin Trost: Vielleicht lebten wirklich noch irgendwo Menschen, die sie nicht vergessen hatten, denen nicht gleichgültig war, ob sie Hunger litt oder fror, sondern die ihr alles Glück der Welt wünschten.

 

Damit wurde es leichter, dem kommenden Tag und seiner Härte ins Auge zu blicken. Mit Nicola wurde es leichter. Solange Hoffnung bestand, ihm - wenn auch nur für einen Augenblick - zu begegnen, war kein Morgen mehr ganz finster, kein Ausblick mehr völlig schwarz.

 

Ich wünschte, ich könnte dich immer sehen“, entschlüpfte es ihr einmal, als sie sich auf dem Feldweg, der vom Waldrand bis zum Hof führte, begegneten. „Jeden Tag. Oder wenigstens jeden zweiten. Aber es darf ja nicht sein. Ich will nicht, dass sie uns erwischen und dich schlagen, Nicola.“

 

Viel schlimmer wäre, wenn sie dich schlagen“, sagte Nicola und berührte scheu, nur mit zwei Fingerspitzen, ihre Wange. „Aber sehen will ich dich auch jeden Tag. Gehst du morgen früh zum Wasserholen an die Quelle?“

 

Giulia nickte. Sie war für diese Arbeit eingeteilt worden. Das Fass, das sie dabei zu schleppen hatte, kam ihr schwerer vor als ihr eigener Körper. Sie fürchtete, zusammenzubrechen, sooft sie es sich auf den Kopf stemmen musste, und hatte gehofft, die Herrin werde sich besinnen und eine kräftigere Magd dazu bestimmen. Diese aber hatte sie auserkoren und blieb dabei.

 

Dann komme ich auch dorthin“, erklärte Nicola. „Du brichst auf, sobald der Hahn kräht, nicht wahr?“

 

Keinen Augenblick später. Wenn ich mit dem Wasser nicht beizeiten zu- rück bin, bekomme ich Schläge mit der Rute.“

 

Er legte den Arm um ihre Schultern. „Du wirst rechtzeitig zurück sein, dafür sorge ich. Ich breche zur selben Zeit auf wie du, und wir können ein Stück Weg zusammen gehen. Jeden Tag.“

 

Es war, als hätte er ihr das Paradies versprochen. Ein Paradies, das von nun an jeden Morgen auf sie wartete.

 

Nicolas Aufgabe war es, dafür zu sorgen, dass die Schafe immer genug zu fressen hatten. Er musste das saftigste Gras für sie finden und sie weitertreiben, sobald ein Stück Weideland abgegrast war. Vom Frühjahr bis zum Herbst war er deshalb in den Wäldern und auf den umliegenden Ländereien unterwegs. Die Männer, die aus der Schafsmilch Käse machten, folgten ihm, um die Tiere beim Weiden zu melken und die noch körperwarm dampfende Milch in ihren Eimern davonzutragen. Auch die Aufseher ließen sich hin und wieder blicken, oder einer der Feldarbeiter kam vorbei, um einen Schwatz zu halten. So bestand ständig Gefahr, dass jemand nach Nicola suchte, und doch ließ er Morgen für Morgen seine Herde in der Obhut der Hunde allein, um sich mit Giulia an der Quelle zu treffen.

 

Jedes Mal brachte er ihr in einem kleinen Krug, den er mit zwei Händen umspannen konnte, etwas von der nahrhaften, blassgoldenen Schafsmilch mit. So sehr Giulia sich darüber freute, so sehr wünschte sie sich, auch ihm eine Freude zu machen, und so begann sie, aus dem Küchentrakt, wo das Essen für den Haushalt zubereitet wurde, kleine Mengen zu stehlen.

 

Du darfst das nicht tun“, hatte er ausgerufen, sobald sie das erste Mal den Henkeltopf mit den duftenden Köstlichkeiten unter ihrer Schürze hervorgezaubert hatte. „Es ist zu gefährlich, ich halt es nicht aus, wenn jemand dir wehtut.“

 

Giulias Herz hatte wie ein Hagelsturm getrommelt, während sie sich an den Herd geschlichen und die Deckel auf den Töpfen angehoben hatte. Als sie jedoch sah, mit wie viel Freude Nicola die Melanzane, die in gutem Öl und Minze gebratenen Auberginen, und die Brühe mit den Klößchen aus Ricotta genoss, beschloss sie, es am nächsten Tag wieder zu tun. Er bekam ja sonst nie gekochtes Essen, nichts anderes als ein Stück Brot, eine Handvoll Oliven oder peperoncini und etwas scharf gewürzten Käse. Giulia wollte ihm das Gefühl schenken, dass ein Mensch ihn liebevoll umsorgte, und dieser Mensch konnte niemand sein als sie selbst.

 

Wenn sie an der Quelle, im Schatten der uralten Kiefern beisammen saßen und sich die gute Milch und das Essen teilten, fiel für kurze Zeit alle Last von ihnen ab. Sie steckten die Köpfe zusammen, sprachen mit gedämpften Stimmen, und die Träume, die sie einander anvertrauten, trugen sie von dem Elend und der Trostlosigkeit, die ihr Alltag waren, fort.

 

Weißt du, was ich gern täte?“, fragte Nicola und tupfte Giulia mit der Fingerspitze ein wenig Milchschaum von den Lippen. „Ich würde gern ein Stück von diesem Wald roden und zwei, drei eigene Schafe darauf weiden lassen. Trächtige Schafe. Im nächsten Frühling bekäme ich Lämmer. Ich würde immer eines behalten und eines verkaufen und mir so Stück für Stück eine Herde aufbauen. Was meinst du dazu? Zum Leben bräuchten wir ja nicht viel. Der Fluss ist fischreich, wir hätten reichlich Milch, und mit ein paar Fallen ließe sich allerlei fangen. Zum Schlafen würde erst einmal ein Unterstand genügen, und später baue ich uns eine Hütte.“

 

Aber du hast doch gar keine Schafe“, wandte Giulia ein. „Schon gar keine trächtigen.“

 

Ach.“ Nicola setzte seine geheimnisvolle Miene auf, die ihr an ihm be- sonders gefiel. „Da gäbe es schon Wege, zwei oder drei ließen sich gewiss bekommen.“

 

Und womit rodest du das Stück Wald?“

 

Das Gerät dazu könnte ich mir von einem der Bauern leihen.“

 

Aber der Wald gehört doch dem Gutsherrn, alles, was wir von hier aus sehen können! Glaubst du, der bemerkt es nicht, wenn du dir einfach ein Stück davon nimmst und auch noch eine Hütte darauf baust? Im Gegenteil, er will doch immer noch mehr und mehr Land aufkaufen, und wenn ihm der kleinste Zipfel durch die Lappen geht, wird er so wütend, dass er sofort nach draußen laufen und den Erstbesten, der ihm in die Hände fällt, verprügeln muss. Außerdem würden sie uns beide ja nie gehen lassen. Wer soll ihnen denn ihre Arbeit machen, wenn sie ihrem Gesinde Tür und Tor öffnen und ihnen womöglich noch freundlich hinterher winken?“

 

Also weißt du, Giulia.“ Ärgerlich furchte Nicola seine dunklen Brauen, dass sie sich beinahe über seiner Nasenwurzel trafen. „Ein Mann wird ja wohl noch Träume haben dürfen, selbst ein Mann wie ich, der nicht viel wert ist und den jeder nach Belieben herumstoßen kann.“

 

Giulia, die das Lachen verlernt hatte, spürte, wie etwas sie in der Kehle kitzelte. Er war ja noch gar kein Mann, nur ein Junge mit schmächtigen Schultern, der ächzte, wenn er ihr das Wasserfass nur ein Stück zum Hof zurück trug. Für sie aber war er der beste und stärkste Mann auf der Welt. Hastig schlang sie die Arme um ihn, um ihn wieder zu versöhnen. „Hast ja Recht, mein Nicola, und dass du nichts wert bist, ist nicht wahr. Für mich bist du mehr wert als jeder andere, und ich würde gern in deiner Hütte am Wald alles hübsch und sauber halten, Käse machen und das Essen fertig haben, wenn du von der Arbeit mit den Schafen nach Hause kommst.“

 

Würdest du das wirklich?“

 

Heftig nickte sie. Ich bin doch seine Schwester, dachte sie. Ich würde ihm sein Haus führen wie einen kleinen Palast.

 

An anderen Tagen war sie selbst es, die träumte: „Weißt du, was ich mir manchmal so ausmale, wenn ich den ganzen Tag Wäsche auf dem Waschbrett reiben muss? Dass eines Tages vor dem Gutshaus eine Kutsche vor- fährt, mit einem schön gestriegelten Pferd und einem Verdeck – und heraus steigen ein Herr und eine Dame. Der Herr sehr groß, mit einem steifen Hut, und die Dame mit einem Sonnenschirmchen. Sie klopfen an die Pforte, und wenn der Hausdiener ihnen aufmacht, fragt der Herr: Lebt in diesem Haus wohl ein Mädchen mit dem Namen Giulia? Das ist unsere Tochter. Wir sind zu Geld gekommen und sind hier, um sie wieder abzuholen.“

 

Und dann fährt du mit ihnen in der Kutsche davon?“, fragte Nicola. „Und wenn ich in der Frühe an unsere Quelle laufe, um dich zu sehen, kann ich warten, bis ich schwarz bin, weil du niemals mehr kommst?“

 

Was für ein Unsinn!“, rief Giulia und verspürte wieder das Kitzeln in der Kehle. „Ich würde doch als Erstes zu ihnen sagen: „Mamma, Papa, wir können so schnell noch nicht fahren. Wir müssen erst Nicola, den Schäfer, von der Quelle abholen, denn er ist mir wie mein eigener Bruder, und ohne ihn fahre ich nirgendwo hin.“

 

Das würdest du sagen?“

 

Natürlich.“

 

Und wenn deine Eltern nur dich haben wollen, keinen hergelaufenen Schäfer?“

 

Dann sollen sie sich eine andere Tochter suchen!“ Giulia sprang auf und warf sich ein wenig in die Brust. „Wo du nicht willkommen bist, da will ich auch nicht sein. Lieber bleibe ich hier.“

 

Zweifelnd blickte er zu ihr auf. „Immer weiter wie die Sklaven würdest du leben, Giulia? In Ketten? Nur für mich?“

 

Sie setzte sich wieder an seine Seite, lehnte ihren Kopf an seine Schulter und schloss die Augen. „Das hier ist unser Stück Freiheit in Ketten“, sagte sie. „Hier hat uns niemand etwas zu verbieten, und in unseren Träumen können wir alles sein, was wir wollen.“

 

 

 

2 Concetta

 

Zampa di lepres Frau, die Herrin des Gutes, trug den Namen Caterina. Das Gesinde aber nannte sie mille occhi, das Tausendauge, weil sie ihre Augen überall hatte. Was ihrem Mann entging, das bemerkte sie, und seit langem fürchtete Giulia, dass auch ihre Freundschaft zu Nicola der tausendäugigen Herrin nicht für immer verborgen bleiben würde. Sie waren letzthin nicht mehr so vorsichtig gewesen. Zwar mahnten sie sich gegenseitig, auch weiterhin, nichts zu riskieren, aber die Sehnsucht nacheinander wuchs mit jedem Tag und war längst stärker als die Furcht.

 

Eines Morgens, als Giulia sich gerade das Fass aufladen und durch die frühen Nebel hinüber zur Quelle laufen wollte, tauchte die hochgewachsene Gestalt Caterinas in der Stalltür auf und versperrte dem spärlichen Licht den Weg. „Lass‘ das stehen“, herrschte die Gutsherrin Giulia ohne ein Wort des Grußes an. „Zum Wasserholen geht künftig Concetta. Für dich habe ich etwas anderes zu tun.“

 

Aber warum denn?“, entfuhr es Giulia. „Waren Sie mit mir nicht immer zufrieden?“

 

Mit zwei Schritten war das Tausendauge bei ihr und versetzte ihr einen scharfen Streich über die Wange. „Du wirst hier nicht durchgefüttert, um Fragen zu stellen, du kleines Aas. Wenn du dir weiter auf unsere Kosten den Bauch vollschlagen willst, tust du, was dir gesagt wird und basta. Glaubst du, ich bin blind und obendrein eine dumme Gans wie du, dass ich nicht mitbekomme, wie du dem Schäfer schöne Augen machst? Aber damit ist Schluss. Mach‘, dass du in die Waschküche kommst, da wartet Arbeit auf dich.“ Sie gab Giulia noch einen Streich, dann schwang sie herum und zerrte die alte Concetta herein, die fortan das schwere Fass mit dem Wasser schleppen sollte.

 

Giulia kannte die greise Magd seit ihrem ersten Tag auf dem Hof. Wann immer ihr Blick auf sie fiel, zog sich ihr Magen zusammen, weil eine hämische Stimme ihr ins Ohr wisperte, in dem abgehärmten Gesicht der Magd bekäme sie ihre eigene Zukunft zu sehen. Concetta hatte schon Zampa di lepres Vater gedient und war als Leibeigene alt geworden. Die Hände wie Klauen, die Haut zerfurcht und verwittert, das Haar dünn und grau wie Eisen unter ein Kopftuch gestopft. Sie tat ihre viel zu schwere Arbeit ohne Murren, besaß keine Kraft mehr, um sich aufzulehnen, und hatte vielleicht nie welche besessen.

 

Sie wäre besser dran, wenn sie sterben könnte, durchfuhr es Giulia, und im nächsten Atemzug fragte sie sich: Und ich? Wäre nicht auch ich besser dran, jetzt, wo ich Nicola nicht mehr sehen darf, wo ich vom Leben nichts zu erwarten habe, als im Elend krumm und alt zu werden wie Concetta?

 

Etwas berührte sie am Arm. Sie fuhr herum und fand Concetta an ihrer Seite, so dicht, dass der Altweibergeruch ihr in die Nase stieg. Mit ihrer klauenhaften Hand tätschelte die Magd ihr die Wange. „Nun lass mal den Kopf nicht hängen, Kind. Gegessen wird ja nichts so heiß, wie’s gekocht wird, und für das Meiste findet sich ein Weg. Magst mir dein Päckchen mit Diebesgut mitgeben, dass ich’s deinem Liebsten bringe? Ich erzähl’ ihm dann auch, auf was für eine Tücke das Tausendauge verfallen ist, und er kann mir eine Nachricht für dich anvertrauen.“

 

Entsetzt starrte Giulia der Alten ins Gesicht. Sie hatte nicht einmal bemerkt, dass Caterina den Stall verlassen hatte, und inwieweit Concetta zu trauen war, wusste sie nicht. Die aber lachte. Es war das erste Mal, dass Giulia sie lachen hörte, und es klang, als habe eine von den Ziegen sich erkältet. In Concettas Augen funkelte jedoch eine Wärme, die ihre Furcht besänftigte. „Nun, nun. Brauchst nicht dreinzuschauen wie ein Rehkitz, das die Hundemeute umzingelt hat. Mir soll’s recht sein, wenn du das bisschen Suppe und Pasta für den feinen Burschen da draußen abzweigst, und außerdem bin ich doch viel zu alt und zahnlos, um irgendwem etwas anzuhaben.“

 

Ohne noch länger zu zögern, entschied sich Giulia, ihr zu vertrauen. Ihre Not war zu groß, um sie allein zu ertragen, sie bäumte sich manchmal in der Nacht wie ein pechschwarzer Dämon auf und fuhr auf sie nieder. Mit einer Vertrauten an der Seite verloren die Dämonennächte ihren Schrecken. Die alte Concetta richtete sich ihr Lager neben dem von Giulia her. Durch sie konnte das Mädchen nicht nur Verbindung zu Nicola halten, sondern gewann eine Freundin, die sich fast mütterlich um sie sorgte.

 

Concetta brachte ihr Nachrichten, gepresste Blumen und Früchte von Ni- cola, und Giulia half im Gegenzug Concetta, sich das schwere Wasserfass aufzuladen, unter dessen Last sich ihr zu schwacher Körper wie ein Schilfrohr bog und zu bersten drohte. Beide teilten ihr Essen und drängten sich gegenseitig die besten Bissen auf. Giulia knotete Concetta ihr Tuch um, ehe diese in der Frühe hinausmusste, und Concetta flickte Giulias zerlumpte Schuhe, damit sie sich die Sohlen nicht aufriss, wenn sie über die Feldwege lief.

 

Wenn sie nachts Seite an Seite im Stall lagen, flüsterten sie miteinander und fanden so sanfter und friedlicher in den Schlaf. Alle Ängste, die sie tagsüber hetzten und quälten, blieben draußen, vor der Stalltür, und drinnen, geschützt von gestapeltem Heu, herrschte etwas wie Geborgenheit. Nie zuvor hatte Giulia mit einem anderen weiblichen Geschöpf über ihre Erlebnisse, ihre Gedanken und Gefühle sprechen können. Als sie Concetta erklärte, sie liebe Nicola wie ihren eigenen Bruder, fragte diese sie im Flüsterton: „Und dessen bist du dir sicher, mein Rehkitz? Hast du denn jemals einen Bruder gehabt, einen, an den du dich erinnerst, mit dem du herumgetollt und gezankt und gelacht hast, den du geliebt hast, sodass du deine Liebe zu Nicola damit vergleichen kannst?“

 

Ich muss doch einen Bruder gehabt haben“, erwiderte Giulia trotzig. „Jeder hat Brüder, jeder hat eine Familie, warum soll denn ich die einzige sein, die niemanden hat?“

 

Durch das Dunkel langte Concettas Klauenhand zu ihr herüber und streichelte ihr die Wange. „Natürlich hattest auch du einmal eine Familie, so wie jedes Lamm auf der Weide, jede Heuschrecke im Korn. Aber du bist ihr viel zu früh entrissen worden, du hast nicht ausprobieren dürfen, wie Bruder und Schwester sich lieben. Woher solltest du jetzt also wissen, wie solche Liebe sich anfühlt und sich von anderer unterscheidet?“

 

Von welcher?“

 

Noch immer strich die zitternde Hand der Alten über Giulias Wange. „Du bist noch ein Kind, mein Kleines. Und dann wieder bist du keines mehr. Hier, in unserer Tretmühle, hat ja niemand Zeit, lange Kind zu sein. Da muss ein Mädchen schon erwachsen und durchtrieben zur Welt kommen, wenn es den Kopf über Wasser halten will.“

 

Ich weiß nicht, was du redest, Concetta.“

 

Natürlich weißt du das nicht, kleines Reh.“ Concetta streichelte sie. „Du bist so unschuldig, glaubst, du verstehst schon alles, was es von Gut und Böse zu verstehen gibt, dabei hast du noch nicht einmal einen Hauch von dem Bösen erlebt, zu dem die Menschen in der Lage sind. Und auch von dir selbst verstehst du nichts. Von den Blicken, mit denen Männer dich ver- folgten. Alle Männer, auch dein Nicola, der noch so wenig ein Mann ist wie du eine Frau. Du wirst es lernen müssen, so gern ich dich davor behüten würde, es führt ja kein Weg daran vorbei. Versprich mir nur eines: Vergiss nie, dass keiner von den Männern dein Bruder ist, einerlei, ob er dir Gutes oder Übles will.“

 

Giulia hätte Concetta gern gefragt, was sie ihr mit dem verworrenen Gerede sagen wollte, aber dazu kam sie nicht mehr. Ihre Müdigkeit überrollte sie wie eine Flutwelle, die keine Kraft der Welt aufhielt. Der letzte Gedanke, der ihr vor dem Einschlafen durch den Kopf geisterte, lautete: Ich werde sie morgen fragen. Vielleicht ergibt das alles ja morgen, wenn wir beide nicht so erschöpft sind, einen Sinn.

 

Für gewöhnlich war es Concetta, die in der Frühe als Erste erwachte, und seit die beiden ihre Lager nebeneinander aufgeschlagen hatten, war es zur Gewohnheit geworden, dass sie Giulia weckte. Sie tat es sanfter, verspielter, humorvoller als Rosaria, die Aufseherin, die nicht selten den Besenstiel oder einen Krug mit eisigem Wasser benutzte, um das Gesinde aus dem Schlaf zu schrecken. So nahm der Tag einen zärtlicheren Anfang, und es fiel leichter, ihm entgegenzusehen.

 

An diesem Morgen aber traf Rosarias Besenstiel Giulia in den Rücken. „Aufstehen, faules Pack. Glaubt ihr, die Arbeit macht sich von allein, während ihr euch im warmen Bett verkriecht und schnarcht?“

 

Giulia fuhr in die Höhe. Die Aufseherin schlurfte von dannen, um den Mägden, die hinter der Trennwand schliefen, ebenfalls Beine zu machen, sie aber hatte nur Augen und Ohren für Concetta. Zusammengerollt lag die alte Frau unter der zerschlissenen Pferdedecke. Tatsächlich schnarchte sie häufig, für Giulia ein beruhigendes Geräusch, das ihr das Gefühl schenkte, in der Kälte der Nacht nicht mutterseelenallein zu sein. Jetzt aber war alles still. Kein Rascheln im Stroh, kein verschlafenes Grunzen, kein im Erwachen gemurmeltes Wort.

 

Concetta, wach auf, du musst zur Quelle!“ Giulia packte die Freundin an der Schulter und rüttelte sie. „Wenn du das Wasser zu spät bringst, bekommst du Schläge, und das darf nicht sein!“

 

Die Schulter der Alten war in ihren Händen wie ein Zweig, den ein Herbststurm vom Baum gerissen hatte. Kein Fleisch mehr daran, nur lose Haut und Lumpen. Zudem war das Glied so kalt, dass Giulia zusammenfuhr und es vor Schrecken losließ. Nie zuvor, nicht einmal in der eisigsten Winternacht, hatte sie solche Kälte verspürt. Es war keine lebendige Kälte, die im ersten Sonnenlicht weichen würde, sondern die des Todes, die für immer blieb. Am ganzen Körper zitternd beugte Giulia sich vor und brachte ihr Ohr vor den Mund ihrer Freundin. Kein Atemzug traf sie. Concetta war gestorben, sie war frei und hatte keine Schläge, keinen Hunger und keine gottverlassenen Nächte mehr zu fürchten.

 

Giulia aber war wieder allein und fühlte sich einsamer als zuvor, als sie nicht gewusst hatte, wie es war, eine Gefährtin zu haben.

 

Noch immer zitternd und frierend, als wäre ihr eigener Körper dem Eis des Todes anheim gefallen, musste Giulia der Aufseherin Meldung erstatten. Sie brachte kaum ein verständliches Wort heraus, aber Rosaria erfasste dennoch im Handumdrehen, was geschehen war. „Die Alte hat der Teufel geholt? Na, Zeit wurde es ja, für die Ewigkeit kriechen wir schließlich alle hier nicht rum.“

 

Als Giulia keine Anstalten machte, sich zu bewegen, sondern zitternd vor ihr stehenblieb, drohte Rosaria ihr mit dem Besen. „Du geh‘ an deine Arbeit. Die Alte holst du nicht ins Leben zurück, und wenn du noch so lang dastehst und glotzt.“

 

Giulia ging, ohne zu begreifen. Im Kopf wusste sie natürlich, dass Concetta nicht wiederkommen würde, dass sie sie verloren hatte, wie sie alles Schöne, Gute in ihrem Leben sofort wieder verlor, doch ihr Herz weigerte sich, dies hinzunehmen. Erst am Nachmittag, als sie zusehen musste, wie ein paar der Knechte eine schnell zusammengezimmerte Holzkiste in Richtung des Gottesackers trugen, wurde ihr vollends klar, dass es ihre Freundin nicht mehr gab.

 

Ohne Messe, ohne jede Ehre wurde sie vergraben, nicht anders, als die Katzenjungen, die Maurizio, der Sohn des Gutsherrn, im letzten Frühjahr ersäuft hatte. Von weitem sah Giulia, die das Laufgitter des Geflügels aus- misten sollte, wie die Männer das Loch, in dem sie die Kiste versenkt hatten, zu schippten und hastig aus zwei Bretter ein Kreuz nagelten, das sie in die harte Erde rammten. Dann machten sie kehrt und gingen ihres Weges, ohne sich noch einmal umzublicken. Als wäre Concetta kein Mensch gewesen. Als hätte sie niemandem etwas bedeutet und könnte vergessen werden wie Gras, das der Wind ausriss.

 

Kaum waren die Männer verschwunden, hielt Giulia nichts mehr. Sie warf die Mistgabel nieder und rannte quer über den Acker zum Grab ihrer Freundin. Kein Zeichen stand auf dem Kreuz, kein Datum und erst recht kein Name. In den Augen der Gutsherren besaßen Männer und Frauen des Gesindes keine Namen – sie waren zum Arbeiten da, und wenn sie dazu nicht länger taugten, warf man sie weg wie einen ausrangierten Pflug, einen Karren mit zerbrochener Deichsel.

 

Giulia nahm all ihre Kraft zusammen und zog einen der Nägel aus dem Kreuz. Erneut sammelte sie alle Kraft und fing an, die Buchstaben von Concettas Namen in das Brett des Querbalkens zu ritzen. Nur den Taufnamen. Den Familiennamen kannte sie nicht. Vielleicht hatte Concetta selbst ihn im Laufe der Jahre vergessen, oder sie hatte ihn nie gekannt, so wie Giulia den ihren nicht kannte. An dem rauen Holz riss sie sich Splitter in die Haut, den Schmerz aber spürte sie kaum. Auch, dass es zu regnen begann, dass aus Tropfen Schwaden wurden, die ihren dünnen Kittel durchnässten und den Boden unter ihren Füßen aufweichten, bemerkte sie nicht. Alles, was sie kümmerte, war die Arbeit, die sie tat: Sie biss die Zähne zusammen und ritzte Buchstaben um Buchstaben in das harte Material, bis auch der letzte – das A – darauf zu lesen war und sie entkräftet nieder auf die Knie sackte.

 

Der Regen hatte die Erde inzwischen in Schlamm verwandelt. Giulia sank darin ein und hätte sich gern vornüber geworfen, um dort, wo ihre Freundin begraben lag, selbst liegenzubleiben.

 

Stattdessen hörte sie hinter sich Geräusche, erst ein zartes Blöken, dann Schritte, die sich platschend näherten. Sicher kam jemand vom Haus, um sie zu bestrafen, weil sie sich unerlaubt von der Arbeit entfernt hatte. Giulia war es egal. Sie drehte sich nicht einmal um. Sollten sie sie doch schlagen, sie herumstoßen und an den Haaren reißen, sie würden ihr damit nicht wehtun können. In diesem Augenblick war sie sicher, dass nichts ihr mehr wehtun konnte, nichts als Concettas Tod.

 

Giulia!“

 

Unter tausend Stimmen hätte sie diese erkannt. Sie fuhr herum und fand sich Nicola gegenüber, der ein Lamm auf den Armen hielt. Er setzte das Tier auf den Boden, wo es eilig davonsprang, umschlang Giulias von Schluchzen geschüttelten Körper und zog sie an sich, so fest er konnte. „Meine liebste Giulia. Mein Schwesterchen. Meine kleine Taube.“

 

Giulia ließ sich gegen ihn fallen. Die Erleichterung warf sie einfach um. Sie war nicht allein. Ihr Nicola, ihr Bruder, hatte gespürt, dass sie ihn brauchte, und war zu ihr gekommen.

 

Er ist nicht dein Bruder, drang schwach ein Echo von Concettas Stimme durch das Prasseln des Regens, aber Giulia hörte nicht hin. Er war hier, er war bei ihr, das war alles, was zählte. Nicola strich ihr das nasse Haar von den Wangen und küsste ihr die Augen. „Es ist ja gut, meine Süße, es wird alles gut.“

 

Aber wie soll es denn gut werden, Nicola?“

 

Zart berührte er ihre Lippen mit seinen. „Das wird sich finden. Wir finden einen Weg, von hier zu fliehen und uns ein eigenes Leben aufzubauen. Mach‘ dir keine Sorgen, mein Kleines. Solange du und ich zusammen sind, wird alles gut.“

 

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